Die Herausforderung von Esther Vergeer

„Ich möchte alles aus meinem Leben herausholen.”

Esther Vergeer war jahrelang die unangefochtene Nummer 1 in der weltweiten Rangliste im Rollstuhltennis. Sie holte Gold bei den Paralympics in Sidney, Athen, Peking und London und gewann weltweit mehr Turniere und Grand Slams als jede andere behinderte Tennisstar. An die Spitze zu kommen – das war die ultimative Herausforderung für sie. Aber jetzt plant sie eine Zukunft ohne Spitzensport. Ein Gespräch über das Verlegen von Grenzen, das Wahrmachen von Träumen und ein erfülltes Leben.

Selten wurde eine Sportart weltweit so von einer Person beherrscht. Jahrelang war Esther Vergeer unschlagbar und gewann alles, was es zu gewinnen gab. Sie wurde zu einem Rollenmodell inner- und außerhalb der Tenniswelt. Sie ist spontan und unsicher und kennt ihre Grenzen. Mit ihrer Kraft und Verletzbarkeit bezieht sie andere in ihren Erfolg und ihren Kreuzzug für die Integration des Behindertensports mit ein. Das macht Esther Vergeer zu einer lebenden Legende.

Im Alter von acht Jahren landet Vergeer nach drei Blutungen auf dem Operationstisch. Eine Gefäßanomalie scheint die Ursache zu sein. Nach der dritten Operation erwacht das Mädchen aus Woerden ohne Gefühl in seinen Unterschenkeln und bekommt einen Rollstuhl. Die Unterstützung ihrer Eltern, die Grundschule, das Rehabilitationszentrum und vor allem der Sport bilden die Grundlage beim Akzeptieren ihrer Behinderung. Aber es kommt noch besser: Rollstuhltennis und Rollstuhlbasketball öffnen die Tür zu einem Leben voller neuer Herausforderungen und Chancen.

Vergeer entscheidet sich für Tennis und lässt ihren Träumen Taten folgen. Ihre imposante Karriere beginnt im eigenen Land, als sie im Alter von 17 Jahren die offizielle WM gewinnt. Einen Titel, den sie sich dreizehn Mal hintereinander holen wird. Die vier Goldmedaillen, die sie bei vier aufeinanderfolgenden Paralympischen Spielen gewinnt – Weltrekord! – spiegeln ihre glanzreiche Laufbahn wider. Inzwischen ist Esther längst zur Vorreiterin geworden. Sie wird Profisportlerin und ergreift schon in jungen Jahren ihre gesellschaftliche Verantwortung außerhalb des Tennisplatzes, als sie die Esther Vergeer Foundation und das Team ParaStars gründet und als Botschafterin für mehrere Organisationenunterwegs ist.

Als Spitzensportlerin par excellence ist sie sowohl national als auch international eine Gallionsfigur für den Behindertensport und verkörpert dessen Entwicklung. 2002 und 2008 erhält sie die weltweit höchste Sportauszeichnung, den Laureus World Sports Award.

In „Esther Vergeer - Kracht & Kwetsbaarheid" erzählt sie offen ihre Lebensgeschichte, ergänzt durch Beiträge der Menschen aus ihrer direkten, sportlichen und beruflichen Umgebung. Zu Wort kommen u.a. ihre Eltern, Roger Federer, ihr Lehrer auf der Grundschule, ihr Sponsor, Johan Cruijff und ihre Rivalen auf dem Platz.

 

Weitere Informationen über Esther und ihre Aktivitäten finden Sie unter: www.esthervergeer.nl